Vorgefasste und flexible Einstellung

Dieser Artikel wurde von Dr. Nihara Krause, einer ausgezeichneten beratenden klinischen Psychologin, geprüft und befürwortet.

Dr Nihara Krause, Klinische Psychologin

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Unsere Einstellungen und Auffassungen rund um uns selbst kann man kurz unter dem Begriff „Einstellung“ zusammenfassen. Genau diese Einstellung kann sich deutlich darauf auswirken, wie wir uns selbst und unsere Umgebung wahrnehmen.

Die Psychologin Carol Dweck beschreibt zwei unterschiedliche Ausprägungen der Einstellung, die sich sehr deutlich auf unser gesamtes Leben auswirken können: vorgefasste Einstellung und flexible Einstellung.

Was ist eine vorgefasste Einstellung?

Wenn wir mit einer fest vorgefassten Einstellung leben, gehen wir davon aus, dass grundlegende Eigenschaften wie Intelligenz und Begabung fest vorgegebene Dinge sind, auf die wir keinen Einfluss haben. Wir sagen uns „Das ist einfach so, da kann man nichts dran machen …“, geben dann einfach auf, wenn wir mit etwas nicht auf Anhieb zurechtkommen.

Was ist eine flexible Einstellung?

Bei einer flexiblen Einstellung gehen wir davon aus, dass wir neue Fähigkeiten erlernen können, wenn wir uns etwas Mühe geben und entsprechend üben. Wir dürfen einfach nicht gleich aufgeben, müssen aus unseren Fehlern lernen. Im Durchschnitt erreichen Menschen mit einer flexiblen Einstellung bessere Noten kommen mit Herausforderungen besser zurecht, sind allgemein erfolgreicher.

Unterschiede zwischen vorgefasster und flexibler Einstellung

So kommst du zu einer flexiblen Einstellung

Herausforderungen als Chancen zum Lernen, Weiterentwickeln und zum Sammeln von Erfahrungen begrüßen

  • Wenn dich der Mut verlässt – denk an all die Dinge, die du schon erreicht hast.
  • Teile Herausforderungen in kleinere Schritte auf, die sich besser in den Griff bekommen lassen. So fühlt sich ein Problem nicht mehr gar so überwältigend an.
  • Betrachte Lernen als Gehirntraining! Unser Gehirn lässt sich wie ein Muskel trainieren. Wenn wir uns Herausforderungen immer wieder stellen, bis wir sie bewältigen, stellt sich unser Gehirn mit der Zeit darauf ein und schafft die nötigen Voraussetzungen. Unser Gehirn wird immer besser – und damit legen auch deine Fähigkeiten zu!
  • Hör nie auf zu lernen, setz dir gleich ein neues Ziel, sobald du ein Ziel geschafft hast.

Fehlschläge anders betrachten

  • Ersetze das Wort „Versagen“ durch das Wort „Lernen“.
  • Betrachte einen Fehlschlag nicht als „Okay, das wars …“, sondern als Vorbereitung zum Erfolg.
  • Vergiss nicht, dass Lernen immer etwas Zeit braucht und man auch hier nichts übers Knie brechen kann!

Eigene Schwächen als Chancen zum Lernen und Weiterentwickeln wahrnehmen

  • Zieh beim Planen deiner Ziele Folgendes in Betracht: Vielleicht gehörst du auch zu den Last-Minute-Leuten, die alles auf die lange Bank schieben, bis das Kind schon fast den Brunnen gefallen ist? Setz dir einfach etwas kleinere Ziele, die sich ohne größeren Widerwillen erreichen lassen; und plan auch gleich großzügig Zeit dafür ein.

Kritik als konstruktiv betrachten

  • Betrachte Kritik als Rückmeldung, die dir zeigt, wo du etwas dazulernen kannst.
  • Wenn du eine Schwäche hast, auf die jemand zielsicher den Finger legen kann, ist das kein Salz in die Wunde, sondern etwas, das dir klar zeigt, dass du hier besser werden kannst.
  • Scheu dich nicht, auch Anderen zu sagen, wo etwas nicht ganz passt. Wenn du deine Kritik ein wenig freundlich verpackst, können Andere genau wie du dazulernen.

Genau wissen, WARUM du etwas so und nicht anders tust – und dich daran erinnern, wenn etwas aus dem Ruder läuft

  • Mach dir klar, welche Ziele du auf lange Sicht erreichen möchtest.
  • Versuch bei allem, was du studierst und an dem du arbeitest, einen klaren Sinn zu erkennen. Das schafft die richtige Motivation zum Weitermachen.
  • Erinnere dich selbst daran, dass das, was du tust, Sinn und Zweck hat. Das gibt dir einen guten Motivationsschub.

Von Anderen inspirieren lassen

  • Freue dich mit Anderen über das, was sie erreicht haben. Wenn die das schaffen, kannst du das auch!
  • Lerne aus den Fehlern, die Anderen passieren. Versetze dich einen Moment in ihre Lage, stell dir vor, dass du den Fehler gemacht hättest. Was würdest du tun? Und was könntest du daraus lernen?

Sprich anders mit dir!

  • Ganz oft wirken sich die Wörter, die wir benutzen, recht stark auf unser Denken und Empfinden aus. Eine andere Wortwahl kann einen gewaltigen Unterschied bewirken.
  • Feile ein bisschen an deiner Sprache, damit du mit wenig Aufwand eine Menge Selbstvertrauen gewinnen kannst

Statt …

Besser so:

Ich kann das nicht!

Ich gebe auf.

Ich kriege das einfach nicht besser hin.

So schlau werde ich nie.

Ich bin eigentlich schon ganz gut, aber für mehr als ein „befriedigend“ reicht es einfach nicht.

Ich kann das NOCH nicht!

Ich gehe das jetzt anders an.

Es geht immer noch ein bisschen besser.

Ich lerne schon, wie man das hinkriegt.

Ich bin eigentlich schon ganz gut; und das wird Woche für Woche noch besser.

Du weißt doch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Eine flexible Einstellung zu entwickeln, ist oft kein Zuckerschlecken – es bedeutet neue und schwierige Dinge zu wagen, keine Angst vor Misserfolgen zu haben und viel Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu setzen. Du weißt doch: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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