Gutes und schlechtes Verhalten in Teenagerbeziehungen

Dieser Artikel wurde von Dr. Nihara Krause, einer ausgezeichneten beratenden klinischen Psychologin, geprüft und befürwortet.

Dr Nihara Krause, Klinische Psychologin

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Damit wir eine glückliche Beziehung genießen können, die wirklich etwas bedeutet, müssen wir lernen, zwischen guten und schlechten Verhaltensweisen zu unterscheiden.

Gutes Verhalten in Teenagerbeziehungen

Stell dir eine Beziehung einfach wie einen Kuchen vor: damit er gelingt und nicht schwer im Magen liegt, brauchst du ein paar wichtige Zutaten! Unter anderem:

Offene, ehrliche Kommunikation

Eine offene und ehrliche Kommunikation ist das A und O einer guten Jugendbeziehung. Und das setzt dies voraus:

  • Redet miteinander!
  • Haltet mit euren Gefühlen nicht hinter dem Berg, sprecht offen darüber.
  • Sprecht Dinge an, die euch stören oder euch auf der Seele liegen.
  • Respektiert die Meinung des Anderen – auch wenn das manchmal nicht ganz einfach ist und ihr ein wenig (bis ganz schön viel) umdenken müsst.

Klare Grenzen

Dem Anderen (und sich selbst) klare Grenzen zu setzen, ist unglaublich wichtig, wenn es in einer Beziehung nicht an allen Ecken und Enden krachen soll. Ein Spiel ganz ohne Regeln funktioniert einfach nicht. Bei Beziehungen sieht es ganz ähnlich aus – auch hier sorgen ein paar Regeln dafür, dass alles im Rahmen bleibt. Dabei geht es nicht um beinharte Regeln wie in der Schule, sondern um das Abstecken eines Rahmens, der euer Verhalten zueinander schöner und einfacher macht. Wenn es klare und gesunde Grenzen gibt, heißt das auch, dass ihr in eurer Beziehung nicht auf solche Dinge verzichten müsst:

  • Zeit mit deinen eigenen Freunden verbringen
  • Deinen eigenen Hobbys nachgehen
  • Deine Ruhe haben, wenn du Zeit für dich brauchst

Vertrauen

Eine gute Beziehung ist eine Beziehung, in der ihr euch als gleich wichtig betrachtet und einander respektiert. Das bedeutet:

  • Dem Anderen vertrauen
  • Bisweilen „Fünfe gerade sein zu lassen“, dem Anderen also einen Vertrauensvorschuss zu schenken oder ihm etwas durchgehen zu lassen. Ein Beispiel: Wenn ihr euch gegenseitig liebt, sollte das auf keinen Fall heißen, dass ihr keine Zeit mit Leuten vom anderen Geschlecht verbringen oder nicht einmal damit reden dürft.

Respekt

Du möchtest, dass deine Wünsche und Gefühle respektiert werden, umgekehrt ist es genauso. Solche Dinge tragen zu einem respektvollen Umgang miteinander bei:

  • Sich Mühe geben, die Sichtweise des anderen zu verstehen
  • Beleidigungen vermeiden
  • Sich nicht gegenseitig runtermachen

Mitgefühl

Nur wenn man sich gegenseitig Mut macht und sich Halt gibt, kann man sich in einer Beziehung wirklich sicher und gut aufgehoben fühlen. Freundlichkeit und Mitgefühl drücken sich unter anderem in solchen Dingen aus:

  • Die Ziele und Träume des Anderen mitverfolgen und unterstützen
  • Sich die Ansicht des Anderen gut anhören, auch wenn sie zunächst mit deiner eigenen Ansicht kollidiert

Schlechtes Verhalten in Teenagerbeziehungen

Okay, was gibt es nun aber an Verhaltensweisen, die überhaupt nicht gut für eine junge Beziehung sind?

Macht und Kontrolle

Eine schlechte Beziehung ist gewöhnlich eine Beziehung, die statt auf Gleichberechtigung und Respekt auf Macht und Kontrolle beruht. In einer schlechten Beziehung empfindest du vielleicht solche Dinge:

  • Du fühlst dich (oder wirst tatsächlich) gezwungen, Dinge zu tun, die du nicht magst.
  • Du wirst gezwungen, auf Dinge zu verzichten, die dir Freude machen.
  • Du darfst dich nicht mehr mit deinen Freunden oder Geschwistern treffen, weil dein Partner grundlos eifersüchtig reagiert.

Respektlosigkeit

Respektlosigkeit ist eine Herabsetzung deiner Person, die in einer guten Beziehung nichts zu suchen hat. Mangelnder Respekt kann sich auf solche Weisen zeigen:

  • Dein Partner macht sich über deine Ansichten und Interessen lustig.
  • Dein Partner zerstört etwas, was dir gehört.
  • Dein Partner redet dir ein schlechtes Gewissen ein.
  • Du wirst angeschrien.

Gewalt

Körperliche Gewalt ist eine der schwersten und schlimmsten Formen der Herabsetzung, die es in einer gesunden Beziehung niemals geben darf.

Nicht vergessen: Gewalt ist niemals gerechtfertigt, ganz gleich, ob sie mit Absicht oder nebenher ausgeübt wird. Wenn du dich nicht mehr sicher fühlst, musst du die nötigen Schritte zu deinem Schutz unternehmen.

Abhängigkeit

Es ist toll, wenn man sich auf den Anderen verlassen kann und gerne mit ihm zusammen ist! Aber wenn jemand meint, dass ein Leben ohne den anderen für ihn nicht möglich ist, er sogar damit droht, etwas Schlimmes zu tun, wenn die Beziehung enden sollte – dann ist dies ein ziemlich deutliches Anzeichen für eine schlechte Beziehung.

Auch wenn du gerade bis über beide Ohren verliebt bist, solltest du dir immer so viel Freiraum bewahren, dass du deinen eigenen Interessen nachgehen und dich mit deinen Freunden treffen kannst.

Was tun, wenn in deiner Beziehung etwas aus dem Ruder läuft?

Mit dem Partner reden

  • Wenn du spürst, dass in deiner Beziehung etwas nicht richtig läuft, solltest du unbedingt mit deinem Partner darüber reden. Manchmal ist eine Aussprache, bei der es um Gefühle und Veränderungen geht, der einzig richtige Weg, die Dinge wieder in die Reihe zu bekommen.
  • Wenn du es mit Reden versucht hast, die Dinge aber nicht besser werden, du Angst bekommst oder dich nicht mehr traust, den Mund aufzumachen, ist es vielleicht an der Zeit, dich von dieser Beziehung zu verabschieden. Das kann unangenehm und nicht ganz einfach werden; aber dennoch hat das alte Sprichwort viel zu oft recht: „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Jeder hat es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.

Eine zweite Meinung einholen

  • Wenn dir nicht auf Anhieb jemand zum Reden einfällt, denk einfach mal darüber nach, wem du vertraust, bei wem du dich gut aufgehoben fühlst, wer gut zuhören kann und wer dich noch nie im Stich gelassen hat.
  • Wenn du erst den Richtigen oder die Richtige zum Reden gefunden hast, wirst du dich schnell öffnen und über alles reden können, was dir auf der Seele liegt.

So beendest du eine Beziehung

1 Planen

  • Was willst du sagen? Erklär dem Anderen deine Gefühle, vergiss dabei aber nicht, klar und deutlich zu sagen, dass du die Beziehung beenden möchtest.
  • Wo trefft ihr euch? Such eine neutrale Stelle aus, an der auch andere Leute in der Nähe sind.
  • Wie kommst du danach sicher nachhause? Sag einem Freund oder deinen Geschwistern Bescheid, wohin du gehst und wann du wieder zurück sein willst.

2 Sei gut zu dir

  • Konzentrier dich nach einer Trennung auf die Dinge, die dir Spaß machen und dich ein wenig ablenken – zum Beispiel deine Lieblingshobbys oder Treffen mit deinen besten Freunden!

3 Es ist nicht alles deine Schuld

  • Dein Partner sollte deine Entscheidung respektieren.
  • Vertrau dich einem Erwachsenen an, dem du vertraust, falls du dich unter Druck gesetzt oder sogar bedroht fühlst.

Denk immer daran, dass eine gute Beziehung viel mehr Lachen als Weinen bedeutet – und dass du ein Recht darauf hast, glücklich zu sein.

Nicht vergessen: Eine gute Partnerschaft beruht immer auf einer offenen und ehrlichen Kommunikation, auf Vertrauen, Respekt und Mitgefühl. Es muss gesunde Grenzen geben, die dir aber nicht aufzwingen dürfen, wer du bist, was du tun darfst und mit wem du deine Zeit verbringst.

Achte gut auf schlechte Verhaltensweisen in deiner Beziehung wie Macht und Kontrolle, Respektlosigkeit oder gar Gewalt. Lass dir von Anderen helfen, wenn es nötig ist.

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