Warum habe ich stinkenden Ausfluss?

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Gerade junge Frauen sind ziemlich selbstkritisch, wenn es um den Geruch ihres Scheidenausflusses geht – im Hintergrund tickt natürlich die Befürchtung, dass ihre Freunde oder Partner sich an dem Geruch stören könnten, obwohl sie ihn wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen. Denn tatsächlich ist es so, dass normaler und gesunder Ausfluss nicht streng riecht. Jede Vagina hat ihren ganz eigenen Geruch, der von unzähligen Dingen abhängt – vom Lebenswandel über Ernährung und Kleidung bis hin (natürlich) zu privaten Hygienegewohnheiten.

Manchmal allerdings kann der Geruch eben doch zu einem Problem werden; und das ist meistens der Fall, wenn dir dein Körper signalisieren möchte, dass etwas nicht so richtig stimmt. Deshalb ist es keine schlechte Sache, wenn du die Zeichen erkennst und weißt, was du gegen übelriechenden Ausfluss unternehmen kannst.

Wie sollte Ausfluss riechen?

Das ist jetzt natürlich nicht ganz einfach zu erklären. Ausfluss hat immer seinen ganz eigenen Geruch, man hört dazu alle möglichen Beschreibungen. Wie moschusartig, leicht säuerlich, keksartig, muffig, wie ein Hamburgerbrötchen – den Interpretationen sind keine Grenzen gesetzt.

Im Grunde kommt es aber nur darauf an, dass es unaufdringlich riecht, nicht an den Geruch von altem Brot oder Fisch erinnert – beides kann ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht ganz stimmt.

Woher kommt stinkender Ausfluss?

Es gibt so einige mögliche Ursachen für stinkenden Ausfluss; und oft können ein paar einfache Veränderungen deiner Gewohnheiten oder deines Lebensstils den Ausschlag geben. Hier ein paar Empfehlungen:

Du riechst einfach so

Scheidenausfluss hat immer einen Geruch, aber auch immer einen ganz eigenen – allerdings spielt auch immer unser Geruchsempfinden eine entscheidende Rolle. Und obendrein gibt es einfach keinen Maßstab, weil jeder Mensch andere Gerüche als angenehm oder störend empfindet.

Aber wenn dein Ausfluss einen unaufdringlichen, leicht moschusartigen Geruch hat, der sich im Laufe deines monatlichen Zyklus ein wenig verändert, dann ist dies vermutlich einfach dein ganz normaler Geruch. Vielleicht bemerkst du an manchen Tagen überhaupt keinen Geruch, während es an den Tagen rund um deine Periode eventuell ein bisschen metallisch riecht; was daran liegt, dass sich Blut mit in den Ausfluss mischt.

Deine Hygiene ist verbesserungsbedürftig

Bei Frauenhygiene dreht sich alles um das richtige Gleichgewicht. Zu wenig Pflege deines Intimbereichs und übermäßiges Waschen können erstaunlicherweise sehr ähnliche Wirkungen zeigen, wenn es um den Ausflussgeruch geht.

Daher kann eine Ursache für stinkenden Ausfluss schlicht und einfach in einer Kombination aus mangelnder Hygiene und starkem Schwitzen liegen. Wenn dein Ausfluss leicht moschusartig riecht, kann es nach sportlicher Betätigung oder einem strammen Spaziergang schon etwas unangenehm werden, da das Moschusaroma zunimmt, wenn die Schweißdrüsen in diesem Bereich für mehr Feuchtigkeit sorgen.

Andererseits aber kann auch übertriebenes Waschen zum Geruch beitragen, wenn das natürliche pH-Gleichgewicht deiner Vagina durcheinandergewürfelt wird.

Ja, es erscheint nicht ganz einfach, die richtige Mischung zu finden. Aber bei den meisten Frauen hat es sich bewährt, den Intimbereich einmal täglich mit unparfümierter Seife oder einem ähnlich sanften Mittel zu waschen sowie anschließend möglichst trocken zu halten.

Äußere Einflüsse

Mit manchen Ursachen eines stinkenden Ausflusses rechnet man kaum, zum Beispiel der Ernährung. Lebensmittel wie Knoblauch, Zwiebeln und Spargel können zu einem weniger erfreulichen Geruchserlebnis führen. Andererseits können Zitrusfrüchte offenbar einen angenehmeren Duft bewirken. Na, wenn das nicht die perfekte Ausrede für einen ordentlichen Fruchtsmoothie ist?

Auch Medikamente (vor allem zum Anfang der Einnahme) und sogar Vitaminpräparate können sich auf den Geruch deines Ausflusses auswirken.

Weitere äußere Einflüsse wie Gleitmittel und Kondome können auch einen chemischen oder gummiartigen Geruch übertragen und damit auch den Duft deines Ausflusses ein wenig verändern. Vielleicht bemerkst du auch eine Geruchsveränderung zum Schlechten, wenn du ungeschützten Sex hattest. Die Kombination aus Sperma und deinen Vaginalflüssigkeiten trägt manchmal dazu bei.

Allerdings bewirken all diese Dinge noch keinen wirklich stinkenden Ausfluss. Wenn also dein Ausfluss wirklich übel riecht, solltest du den Dingen auf den Grund gehen.

Vergessene Dinge, die aber noch da sind

Ein vergessener Tampon am Ende der Periode, ein aus der Erinnerung entschwundener Pessar – beides Dinge, die ein Bakterienwachstum fördern und einen ziemlich üblen Geruch verursachen. Falls du Schwierigkeiten hast, solch einen problematischen Fremdkörper wieder zu entfernen, überlässt du die Sache am besten deinem Arzt/deiner Ärztin.

Infektion

Bakterieninfektion: Die häufigste Ursache eines fischig riechenden Ausflusses ist eine Bakterieninfektion (bakterielle Vaginose), die das gesunde Bakteriengleichgewicht in deiner Vagina durcheinanderbringen kann.

Etwas technisch ausgedrückt bedeutet das, dass es zu viele anaerobe Bakterien in deiner Vagina gibt, die sich über die Milchsäurebakterien erhoben haben. So können die guten Milchsäurebakterien nicht mehr die Aufgaben erledigen, für die sie eigentlich vorgesehen waren. Die bösen Bakterien bringen auch den üblen Geruch mit. Und so kommt es zu stinkendem Ausfluss, wenn diese überhand nehmen.

Geschlechtskrankheit: Riechernder Ausfluss kann auch ein Anzeichen einer Geschlechtskrankheit sein, zum Beispiel durch Trichomoniasis, obwohl dabei nicht immer ein schlechter Geruch im Spiel sein muss. Auch Pilzinfektionen können einen gewissen, an Hefe erinnernden Geruch bewirken; allerdings ist dieser gewöhnlich eher dezent.

Wenn du an einer bakteriellen Infektion oder einer Geschlechtskrankheit leidest, können neben dem fischigen Geruch auch weitere Symptome auftreten. Dazu zählen gelber Ausfluss, Schmerzen, Schwellungen oder Juckreiz rund um den Schambereich, Schmerzen beim Sex und beim Toilettengang sowie mehr Ausfluss als üblich.

Wenn du bei dieser Aufzählung irgendwann innerlich genickt hast, solltest du dich dringend bei deinem Arzt/deiner Ärztin oder in einer Fachklinik vorstellen. Dort nimmt man sich der Sache an und schlägt dir die passende Behandlung vor, die das Problem oft in ein paar Tagen aus der Welt schafft.

Was kann ich tun, damit ich künftig möglichst gut rieche?

Es gibt tatsächlich ein paar Dinge, die dir helfen, in Zukunft alles so in der Waage zu halten, dass du dir um übelriechenden Ausfluss so gut wie keine Gedanken mehr machen muss. Dazu zählen diese Dinge:

  • Halte dich sauber, dusche dich regelmäßig (Wannenbäder sind nicht das Gelbe vom Ei) mit warmem Wasser und einem sanften, unparfümierten Duschgel. Auch nach dem Sex. Verzichte möglichst auf Intimduschen, da diese sowohl die „bösen“ als auch die „guten“ Bakterien herausspülen – oder gar die üblen Dinge noch weiter in dich hinein befördern. Deine Vagina reinigt sich im Grunde von selbst; daher kann zu viel Waschen ihr natürliches Gleichgewicht durcheinanderbringen.
  • Achte auf deine Kleidung. Baumwolle lässt deine Vagina besser atmen als Synthetikmaterialien, losere, lockere Kleidung sorgt im Gegensatz zu enger Kleidung für eine bessere Luftzirkulation.
  • Halte dich ganz allgemein körperlich gesund. Also iss vernünftig und trinke viel Wasser!
  • Denk daran, Tampons regelmäßig zu wechseln. Ansonsten entsteht schnell ein Klima, in dem sich Bakterien pudelwohl fühlen. Trag am besten ALWAYS Slipeinlagen. Die sorgen dafür, dass die Luft „da unten“ gut zirkulieren kann.
  • Vergiss auch nicht, dass häufiger Partnerwechsel (neben allem anderen Ärger) das Risiko erhöht, an einer bakteriellen Vaginose zu erkranken.
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