Was ist Cybermobbing?

Dieser Artikel wurde von Dr. Nihara Krause, einer ausgezeichneten beratenden klinischen Psychologin, geprüft und befürwortet.

Dr Nihara Krause, Klinische Psychologin

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Wenn man ein bisschen Acht gibt, kann das Internet eine Menge Spaß machen. Es sorgt dafür, dass wir mit unseren Freunden und Geschwistern in Verbindung bleiben, uns austauschen können und immer wissen, was überall so geschieht. Aber wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten: Es gibt durchaus ein paar Risiken und Gefahren, die wir kennen sollten. Eines dieser Risiken ist Cybermobbing.

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing ist eine Variante des Mobbings, bei der Technik wie Apps und das Internet eingesetzt werden, um jemandem übel mitzuspielen. Dies kann jederzeit, überall und auf jeder beliebigen Plattform passieren – in sozialen Medien, in E-Mail- oder Messaging-Apps, in Chaträumen, sogar in Computerspielen.

Beim Cybermobbing geht es darum, jemanden zu belästigen, schlechtzumachen oder zu bedrohen. Solche Dinge können sich direkt online entwickeln, aber auch aus anderem Mobbing entstehen, zum Beispiel in der Schule.

Unterschiedliche Cybermobbing-Varianten

Es gibt eine Menge unterschiedliche Cybermobbing-Varianten. Hier nur ein paar Beispiele:

  • Versenden verletzender Mitteilungen, direkt oder über Beiträge in sozialen Netzwerken
  • Verbreiten falscher Gerüchte oder Tratsch, ungewolltes Versenden von Bildern
  • Absichtliches Ignorieren oder Ausgrenzen von Leuten in einer Gruppe
  • Weitergeben persönlicher Daten oder Verbreiten privater Geheimnisse in der Öffentlichkeit
  • Verunsicherung durch Hinterlassen unheimlicher oder bedrohlicher Mitteilungen

Cybermobbing in Sozialmedien

Stell dir auch vor, wie du dich fühlen würdest, wenn es um dich ginge.

In den sozialen Medien lässt sich Cybermobbing oft nicht ohne Weiteres stoppen, da sich Beiträge rasend schnell verbreiten – wenn ein Beitrag gelöscht wurde, kann es noch etliche Kopien davon geben. Und weil soziale Medien von so vielen Leuten genutzt und gesehen werden, kann diese Cybermobbing-Variante äußerst unangenehm sein.

Denk erst einmal darüber nach, ob du jemanden verletzen könntest, bevor du etwas in sozialen Medien postest.

Cybermobbing-Auswirkungen

Menschen, die Opfer von Cybermobbing-Angriffen werden, können an Selbstbewusstsein verlieren, sich einsam, isoliert und nervös fühlen. Manche verlieren das Vertrauen in sich selbst, bekommen immer mehr Probleme in der Schule oder mit Freunden. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass Cybermobbing mittlerweile alltäglich ist, du nicht damit allein bist, und man durchaus etwas dagegen tun kann.

Cybermobbing stoppen

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du Cybermobbing verhindern oder beenden kannst.

  1. Um Hilfe bitten

    Scheu dich nicht, deine Eltern, Lehrer oder andere Erwachsene anzusprechen, denen du vertraust. Dort findest du Unterstützung, Rat und Hilfe beim Melden der Vorkommnisse an die jeweiligen Webseiten oder sozialen Medien. Obendrein tut es gut, sich mit Anderen auszutauschen, weil man sich dann schon gleich nicht mehr ganz so allein fühlt.
  2. Datenschutzeinstellungen anpassen

    Du kannst deine Datenschutzeinstellungen so anpassen, dass keine unerwünschten Mitteilungen durchkommen und deine Beiträge nur von Leuten gesehen werden, die du kennst und denen du vertraust. Falls du das nicht alleine schaffst, kannst du einfach einen Lehrer oder einen anderen Erwachsenen um Hilfe bitten.
  3. Auf Rache verzichten

    Zugegeben, es gehört etwas Selbstdisziplin dazu, es einem Cybermobber nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen und aus Rache ähnliche Beiträge über ihn zu verbreiten. Denk einfach mal über diese beiden Sätze nach: „Wenn man sich mit Idioten einlässt, ziehen sie dich auf ihr eigenes Niveau herunter und schlagen dich durch Erfahrung.“ und „Es gibt keine Kriege ohne Verlierer auf beiden Seiten.“ Wenn du nicht reagierst, verlieren solche Leute ganz schnell die Lust. Reiß dich stattdessen öfter mal vom Internet los und triff dich offline mit Leuten, die du magst. Du wirst es anfangs vielleicht nicht glauben, aber es gibt tatsächlich ein Leben ohne Internet.

Weitere Gefahren in sozialen Medien

Einige weitere Gefahren, die in sozialen Medien lauern können:

1 Gefälschte Profile in sozialen Medien: Es gibt reichlich leute in sozialen Medien, die nicht die sind, die sie vorgeben zu sein.

Wie erkennt man ein gefälschtes Profil?

  • Gewöhnlich nur sehr wenige oder keine aktuellen Bilder der Person
  • Erst vor Kurzem erstellt
  • Nur sehr wenige oder gar keine (gemeinsamen) Kontakte

2 Offenlegen von vertraulichen Informationen, ohne dies zu bemerken – zum Beispiel durch versteckte Daten in Fotos:

  • Digitalfotos enthalten sogenannte EXIF-Daten. Das sind unsichtbar im Bild integrierte Daten, die Informationen zu deiner Kamera, zu Datum, Uhrzeit und Ort der Aufnahme und noch mehr enthalten.
  • In diesem Artikel erfährst du, wie du EXIF-Daten aus deinen Fotos entfernst und wie du deinem Telefon verbietest, solche Daten automatisch mit jedem Foto zu sammeln.

Soziale Medien sicher nutzen

Wenn du möglichst wenig Ärger mit Cybermobbing in sozialen Medien haben möchtest, solltest du die folgenden Hinweise beachten:

1 Benutze sichere Kennwörter, wechsle diese möglichst oft – auch wenn das wirklich lästig ist.

  • Nimm am besten eine Kombination aus Buchstaben (Klein- und Großbuchstaben), Ziffern und Sonderzeichen.
  • Benutze niemals deinen Namen, deine E-Mail-Adresse, dein Geburtsdatum oder andere persönliche Angaben, die man leicht erraten kann, als Kennwort.

2 Verrate niemandem (!) deine Passwörter für soziale Medien und lass niemanden zuschauen, wenn du dich anmeldest und dein Kennwort eingibst.

  • Falls doch mal jemand zuschaut, änderst du das Kennwort so schnell wie möglich.

3 Wenn du einen öffentlichen Computer (zum Beispiel im Internetcafé) oder einen Computer benutzt, der jemand anderem gehört, vergiss nicht, dich komplett von deinen Konten abzumelden, bevor du den Computer wieder verlässt.

4 Denk zweimal nach, bevor du irgendetwas online veröffentlichst. Denn: Das Internet vergisst nichts.

  • Was einmal online ist, lässt sich so gut wie nie wieder entfernen.
  • Auch wenn du deinen Beitrag löschst, wird es trotzdem noch Screenshots geben.
  • Zusätzlich bleiben vielleicht Kommentare über, die aus dem Zusammenhang gerissen werden und künftig weiteren Ärger verursachen.

Niemand verdient es belästigt und gemobbt zu werden – weder online noch offline. Wenn du vor dem Posten ein bisschen nachdenkst und dich klar gegen Cybermobbing aufstellst, leistest du damit deinen ganz eigenen Beitrag für ein tolles Online-Erlebnis, das jedem Spaß macht. Mit Sicherheit.

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